Szenenfoto „fetzen” von kollektiv fetzen – Nahaufnahme von drei Performer*innen, die auf dem Boden hocken und mit wütendem Blick nach rechts ihre Armmuskeln zeigen. Alle drei sind in Schwarz, Rot und Weiß gekleidet. Zwie tragen schwarze Boxershorts auf deren Bund Fetzen steht.

fetzen

kollektiv fetzen (Hildesheim)

Format: Performance

Dauer: 45 Minuten

Hinweise: Stroboskoplicht, Darstellung von Gewalt, laute Musik, Dunkelheit

Zum Festivalprogramm

Termin

fetzen
Freitag, 24. April 2026
20:30 - 21:15
Kulturzentrum Pavillon, Bühne 2
Tickets (externer Link)

Nachgespräch

Nachgespräch am 24. April 2026 nach der Vorstellung. Moderiert von Ole Hruschka.

fetzen ist eine Einladung zum Gegenüberstehen, zum Ausholen, zum Zurückschlagen – aber auch zum Miteinander im Widerstand.

fetzen ist eine Bühnenperformance, die sich mit dem Thema Streit und der körperlich-szenischen Praxis des „Sich-Fetzens“ auseinandersetzt. Im Zentrum steht die Beschäftigung mit Wrestling – einem medial aufgeladenen, männlich codierten Showsport, der als ästhetisch und strukturell spannungsreicher Rahmen genutzt wird. Durch choreografierte Kampfszenen, körperliche Konfrontationen und das Spiel mit Rollenbildern werden Konventionen von Gewalt, Zärtlichkeit und Repräsentation hinterfragt.

Als FLINTA*-Kollektiv rückt insbesondere die Verbindung von Wut, Verletzlichkeit und Selbstermächtigung in den Fokus. Erforschend wird der Frage nachgegangen, wie sich geskriptete Brutalität anfühlt, welche Schutzmechanismen durch Seile und Kostüme entstehen und wie neue Regeln des Auseinandersetzens gemeinsam entwickelt werden können.

Dabei werden unterschiedliche Perspektiven eingenommen: Wrestling wird nicht nur dekonstruiert, sondern queerfeministisch umgeschrieben. Die körperliche Herangehensweise bildet einen zentralen Bestandteil der Arbeit. Ergänzend zum physischen Spiel kommen selbstverfasste Texte, Live-Video sowie Live-Audiodeskription zum Einsatz, um das Bühnengeschehen zu erweitern und zugänglicher zu machen. Bühnen- und Kostümbild spielen bewusst mit Erwartungen an Genderzuschreibungen im Sport und zielen darauf ab, tradierte Bilder zu verschieben.
Diese selbstermächtigende Performance trifft eine*n direkt in die Magengrube. Auf ästhetisch hohem Niveau werfen sich die drei Performer*innen physisch, direkt und ungeschützt auf der Suche nach körperlicher Konfrontation in den Ring und loten dabei ihre Grenzen aus.
Statement der Auswahljury

Team und Förderer

Künstlerische Leitung, Skript, Performance Jette Bachmann, Marlene Langer, Leo Stubbe
Technische Leitung, Licht Charlotte Heidemann 
Technischer Support, Ton Loxo Harazim 
Gefördert durch den AStA Hildesheim und das Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur der Universität Hildesheim.

Über kollektiv fetzen

Jette Bachmann, Marlene Langer und Leo Stubbe sind ein junges FLINTA*-Kollektiv aus Hildesheim. In ihrer ersten gemeinsamen Arbeit fetzen verbinden sie ihr Interesse an körperbasierter Performance, queerfeministischen Perspektiven und kollektiven Arbeitsweisen. So bewegt sich ihre Arbeit zwischen Performance, Choreografie und Text. kollektiv fetzen versteht den Körper als Ort von Wissen, Widerstand und Intimität, sowie als Ausgangspunkt künstlerischer Forschung.

kollektiv fetzen erweitert sich durch Loxo Harazim und Charlotte Heidemann. Beide trugen durch ihre Unterstützung als Freund*innen, Technischer Support und Outside Eyes zum Entstehungsprozess von fetzen bei. Für das Best OFF übernimmt Charlotte Heidemann die Technische Leitung und das Lichtdesign, Loxo Harazim den Technischen Support sowie den Ton.
Best 
OFF