Diskussion: Close-up: aktuelle Strategien des Dokumentarischen im Theater

Fr 06. Mai 2022 18:30 Uhr
Pavillon Hannover, Foyer

In der Regel wird der Begriff des dokumentarischen Theaters mit der Vorstellung verbunden, dass dem Publikum echte Begebenheiten – historische oder aktuelle – vermittelt werden. Dabei wird der Begriff vor allem zur Beschreibung von Inszenierungen genutzt, denen lange Phasen der Recherche vorausgehen und die aus einer Fülle von Quellen im künstlerischen Prozess Material auswählen, weglassen und verdichten. Manchmal stehen Schauspieler*innen, manchmal Lai*innen auf der Bühne, teils wird die eigene Historie erzählt und manchmal die der anderen nacherzählt. Die gewählten Haltungen auf der Bühne reichen von vermeintlicher Neutralität im Sinne der Aufklärung bis hin zu Konfrontation und Agitation. Wie verhalten sich aktuelle Strategien des dokumentarischen Theaters zu den klassischen Topoi des Theaters der Repräsentation? Dokumentieren Künstler*innen in solchen Formaten nicht vielmehr ihre aktuelle Auseinandersetzung mit einem Thema und setzen so neue Anknüpfungspunkte an Fragen des dokumentarischen Theaters? Welche Intentionen haben die Künstler*innen selbst? Wie verbinden sich Wirklichkeit und Fiktion in ihren Arbeiten? Wer spricht wessen Texte? Welche Rolle kommt dem Autobiografischen zu und wie wird mit Erfahrungen anderer umgegangen?

Mit: Volker Bürger (OPERATION WOLF HAUL), Leona Koldehoff (Sophie Blomen mit Vera Moré und Max Reiniger) und Silke Merzhäuser (werkgruppe2).

Moderation: Dr. Anne Bonfert (Frl. Wunder AG)